
Doch kein Abschied: Die Darts WM bleibt im Ally Pally — und wird größer
Darts · 18. Oktober 2026 · 5 Min. Lesezeit
Dominik Sander
Jahrelang stand die Frage im Raum, und sie war keine rhetorische: Wie lange bleibt die Darts-WM noch im Alexandra Palace? Der Millennium Dome wurde gehandelt. Saudi-Arabien wurde gehandelt. Barry Hearn ließ sich in der Wüste sehen und schwieg vielsagend. Jetzt ist die Antwort da — und sie fällt so aus, wie Fans sie sich gewünscht haben.
Die WM bleibt im Ally Pally. Vertrag bis 2031. Und sie wird dabei nicht kleiner, sondern deutlich größer.
Was Barry Hearn damals gesagt hat — und was jetzt passiert
Der Satz, um den sich die ganze Debatte drehte, stammt vom PDC-Chef selbst:
„Realistisch gesehen könnte ich 6.000, 7.000 oder 8.000 Tickets pro Session verkaufen, anstatt 3.500."
Das war das Problem in einem Satz. Der Darts-Boom war größer als das Gebäude. Die Karten waren binnen Minuten weg, die Nachfrage ging ins Leere, und ein Veranstalter mit Barry Hearns Instinkt lässt so etwas nicht ewig liegen.
Es gab genau zwei Wege daraus: umziehen — oder im Ally Pally mehr Platz schaffen. Die PDC hat sich für den zweiten entschieden. Ab der WM 2026/27 wird nicht mehr in der West Hall gespielt, sondern in der Great Hall desselben Hauses. Ergebnis: über 5.000 Zuschauer je Session und bis zu 180.000 über das Turnier.
Hearn bekommt also seine Zahlen. Und die Fans behalten ihren Hügel im Londoner Norden. Das ist so etwas wie die beste aller Lösungen.
Was aus den Umzugsplänen geworden ist
Zur Erinnerung, was alles im Gespräch war — und warum es sich jeweils erledigt hat.
Der Millennium Dome
Im Osten Londons, auf der anderen Seite der Themse, und längst Darts-erprobt: Dort steigen die Playoffs der Premier League Darts. Kapazität wäre kein Thema gewesen. Nur hätte man dafür genau das aufgegeben, was die WM ausmacht — eine Halle, die zu klein wirkt, mit einem Publikum an Tischen statt in Sitzreihen. Ein Hallenschiff mit 20.000 Plätzen ist beeindruckend. Ein Hexenkessel ist es nicht.
Saudi-Arabien
Das war die Variante, bei der es vielen mulmig wurde. Barry Hearn zeigte sich in der Wüste, und die Verbindung war naheliegend: Sein Sohn Eddie promotet dort die großen Boxkämpfe. Ein Weltmeisterschaftsfinale zwischen den Jahren, bei 25 Grad, ohne Bier auf den Rängen — es wäre ein anderes Turnier gewesen.
Und Rückendeckung aus dem Feld gab es auch. Gerwyn Price, Weltmeister von 2021 und bekanntlich in einer Hassliebe mit dem Ally-Pally-Publikum verbunden, sagte:
„Ich fände es fair, wenn die Weltmeisterschaft auch um die Welt reisen würde."
Ein Argument, das man gelten lassen kann. Nur eben nicht dieses Jahr.
Warum die Entscheidung für Fans die richtige ist
Man muss sich klarmachen, was am Ally Pally hängt. Es ist nicht das Gebäude — es ist alles, was sich um das Gebäude herum gebildet hat.
Der Weg vom Bahnhof den Hügel hinauf, in einer Prozession aus Wikingern, Bananen und Teletubbies. Die Tische statt Sitzreihen, an denen wildfremde Menschen zusammenrücken. Das „Stand up if you love the darts", das keiner ansagt und trotzdem alle kennen. Und die Tatsache, dass zwischen Zuschauer und Bühne ein paar Meter liegen und nicht ein halbes Stadion.
Das lässt sich nicht umziehen. Es hätte an einem anderen Ort neu entstehen müssen — und vermutlich nie in dieser Form.
Dass die PDC den größeren Saal im selben Haus gefunden hat, ist deshalb mehr als eine technische Lösung: Es gibt mehr Karten, ohne dass jemand etwas aufgeben muss.
Ricardo Pietreczko im Ally Pally — die deutschen Anhänger stellen einen erheblichen Teil des Publikums.
Der Haken: Karten gibt es jetzt nur noch per Los
Eine Sache ändert sich allerdings, und sie betrifft Sie unmittelbar. Die PDC vergibt die Tickets erstmals per Ballot — per Losverfahren, nicht mehr nach dem Prinzip „wer zuerst klickt".
Das ist fairer als eine Warteschlange, in der schnelles Internet über den Zuschlag entscheidet. Es heißt aber auch: Sie können sich nicht mehr durch Vorbereitung absichern. Wer nicht gezogen wird, hat keine Karte, und das erfährt er erst im Herbst.
Genau deshalb lohnt der zweite Weg: Wer dabei sein will, bucht am besten bei einem verlässlichen Anbieter. Bei uns buchen Sie die Session, die Sie sehen wollen, dazu das Hotel in London — und wissen sofort, ob es klappt.
Und das Teilnehmerfeld?
Auch das ist gewachsen. Von 72 auf 96 und zuletzt noch einmal aufgestockt — mehr Spieler, mehr Sessions, mehr Gelegenheiten für die Geschichten, von denen dieses Turnier lebt.
Für deutsche Anhänger ist das die eigentliche Nachricht: Je größer das Feld, desto mehr Deutsche sind dabei. Bei der vergangenen WM waren es acht — so viele wie nie. Wer 2026/27 antritt, entscheidet sich allerdings erst im November.
Alles zum kommenden Turnier — Termine, deutsche Kandidaten, Anreise und was Sie im Ally Pally erwartet — steht in unserem Überblick zur Darts WM. Die einzelnen Sessions finden Sie auf der Seite zur PDC World Darts Championship.
Aktualisiert am 21. August 2026. Die ursprüngliche Fassung dieses Artikels stammt aus dem Mai 2025 und stellte die Frage, wann wir „Goodbye Ally Pally" sagen müssen. Die Antwort lautet: vorerst gar nicht.
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