
Red Bull Arena
Ein modernes Stadion im Erdwall eines Baus für hunderttausend Zuschauer — vier Brücken führen hinüber.
Die Red Bull Arena in Leipzig: Ein architektonisches Meisterwerk und ein Erbe der WM 2006, das Fußballherzen höher schlagen lässt.
Red Bull Arena – ein Stadion im Stadion
Von außen sieht die Red Bull Arena nicht nach einem modernen Stadion aus, sondern nach einem bewachsenen Erdwall. Erst wer ihn über eine der vier Brücken überquert, sieht den Neubau im Inneren. Diese Konstruktion gibt es in Deutschland kein zweites Mal — und sie erzählt mehr über Leipzig als über den Verein, der darin spielt.
Der Wall besteht aus dem Schutt der Stadt
An dieser Stelle stand ab Mitte der fünfziger Jahre das Zentralstadion — mit rund 100.000 Plätzen das größte Stadion Deutschlands. Es war kein Betonbau, sondern eine Aufschüttung, zu einem erheblichen Teil aus dem Trümmerschutt der im Krieg zerstörten Stadt.
Beim Neubau 2004 wurde dieser Wall nicht abgetragen. Die moderne Arena wurde hineingesetzt, der alte Ring blieb stehen. Der Weg zum Sitzplatz führt deshalb buchstäblich durch die Nachkriegsgeschichte Leipzigs. Heute fasst das Stadion 47.069 Zuschauer; zuletzt modernisiert wurde es 2021.
Weltmeisterschaft 2006: Maxi Rodríguez
Leipzig war Spielort der Weltmeisterschaft 2006, und das bekannteste Spiel hier war das Achtelfinale zwischen Argentinien und Mexiko. Es ging in die Verlängerung, und Maxi Rodríguez entschied es mit einem Volleyschuss aus rund fünfundzwanzig Metern — bis heute eines der meistgezeigten Tore des Turniers. In der Gruppenphase gewann hier außerdem Spanien 4:0 gegen die Ukraine.
Anreise durch die Elsteraue
Das Stadion liegt westlich der Innenstadt am Sportforum, umgeben von der Elsteraue. Vom Leipziger Hauptbahnhof — dem flächengrößten Kopfbahnhof Europas — sind es rund zwanzig Gehminuten durch den Rosental-Park, alternativ fährt die Straßenbahn.
An Spieltagen füllt sich der Weg früh. Wer den Fußweg nimmt, hat den angenehmeren Anmarsch; wer die Bahn nimmt, sollte eine frühere nehmen als geplant.
Rund um das Spiel
Leipzig ist die Stadt, in der 1989 die Friedliche Revolution begann — die Montagsdemonstrationen gingen von der Nikolaikirche im Zentrum aus. Zweihundertfünfzig Jahre früher war hier Johann Sebastian Bach Thomaskantor; der Thomanerchor singt bis heute in der Kirche, in der Bach begraben liegt.
Beides liegt in der Innenstadt und ist vom Stadion aus in einer Viertelstunde erreichbar — ein Spieltagvormittag ist hier gut gefüllt.
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