
Anstich, Choreo, Saxophon-Mania: Die besten Momente vom NFL Munich Game 2024
NFL · 15. November 2024 · 5 Min. Lesezeit
Dominik Sander
Sind Flair und Magie von der NFL-Premiere 2022 beliebig replizierbar? Lohnt sich eine NFL Reise München auch für eine Art „Toilet Bowl“? Ganz ohne Stars wie Brady, Mahomes oder Kelce? Mindestens zwei Fragen rund um dieses Wochenende beantwortete uns die NFL mit einem Ausrufezeichen hinter dem „Yes, we can“. Als dann noch ein Overtime-Krimi entbrannte und Eddy Pineiro zum Game-Winning Field Goal ansetzte, leuchtete das auch den größten Schwarzmalern um Pat McAfee ein.
In München steht ein Hofbräuhaus - und ein Mannheimer?! Bewaffnet mit dem großen Holzschlägel sorgte Markus Kuhn für den ersten von vielen Momenten beim NFL Munich Game, an dem sich sowohl die Fans im rappelvollen Hofbräuhaus als auch viele Amerikaner via Social Media ergötzen sollten.
Amerikanisches Happening im Kult-Wirtshaus: Die Giants Community feiert im Münchner Hofbräuhaus
O'zapft is’: Markus Kuhn sticht an – und Panthers-Owner aus
Wer mal eine Oktoberfest-Reise mit Hotel über unser Portal gebucht hat, der weiß nur zu gut: An Oberbürgermeister Dr. Dieter Reiter, der dort mit zwei präzisen Schlägen anzapft, kommt der frühere Defensive Tackle der New York Giants trotz kräftiger Oberarme nicht heran. Dafür war das offizielle „O'zapft is“ von Kuhn und Co. akkurater als ein paar Straßen weiter.
Hier, im in blau-schwarzen Farben gehüllten Augustiner-Stammhaus, hatte Panthers-Owner David Tepper seine liebe Mühe beim Anstich. Erst nach unzähligen Schlägen lief hier – wie singen die Münchner gerne – „das Fässchen aus“. Zum Multimilliardär, der wegen eines Becherwurfs im Stadion mal einen Taschengeld-Betrag (300.000 US-Dollar) als Strafe blechen musste, halte ich stets einen etwas größeren Sicherheitsabstand …
Die Choreographie vor dem Kick Off streckte sich über drei Tribünen.
NFL München Highlights: EM-Saxophonist dirigiert Giants-Fanclub durch die City
Ein Glück, dass Sir Purr parat stand, um die feierwütige Menge zu besänftigen - stilecht in (Stoff)-Lederhose, versteht sich! Knuddel-Selfies mit dem flauschigen Maskottchen der Carolina Panthers waren - neben den 1.000 Maßkrügen mit Team-Logo - das Sammelobjekt Nummer eins. „Wenn Purr erscheint, sind wir alle abgeschrieben", sagte Cheerleaderin Abby grinsend.
Die Euphoriewelle des ersten Abends flachte nicht spürbar ab, während sich in den acht weiteren Team-Pubs diverse NFL-Legenden die Klinke in die Hand gaben. Darüber hinaus hatten die im Herrschaftszeiten einquartierten New England Patriots noch eine deutsche Cheerleaderin (Lana Vogler) im Gepäck. Den Award als „Pre Game Party Könige“ kann aus meiner Sicht nur an die Big Blue Germany gehen.
Zum niederländischen EM-Ohrwurm "Links rechts“ hüpfte der deutsche Fanclub der New York Giants über die Maximilianstraße. Und ganz vorne als Dirigent: André Schnura, im Volksmund auch als „Typ mit dem schwarzen Saxophon“ bekannt. Eine Darbietung, die jedes Jazz-Open-Air in New York blass aussehen lässt und auch Manuel Neuer nicht kontern konnte. Im Panthers-Jersey vollzog der Bayern-Keeper auf einer gigantischen Trommel das „Keep Pounding“-Ritual.
Erst Neuer, dann Pineiro: Panthers hauen auf die Pauke
Am Gameday selbst crashte wiederum die Party-Laune aller, die es mit dem viermaligen Super-Bowl-Champion halten. Früh liefen die G-Men einem 0:10-Rückstand hinterher. Früh verfestigte sich auf den Rängen der Eindruck, dass der stolze Record aus NFL-International-Series-Reisen nach London (3 Siege in 3 Spielen) arg wankt. Bezeichnend, dass bis zum Touchdown durch Runningback Tyrone Tracy allenfalls ein Papierflieger, entstanden aus einem der 50.000 Cardboards der NFL München Choreo, den Weg in die Endzone der Panthers gefunden hatte.
Lonely Road: Die Halftime Show mit Machine Gun Kelly lieferte eine Hommage an den Evergreen von John Denver.
Ob das NFL Munich Game und die beiden Redzone-Interceptions das Ende der Daniel-Jones-Ära im Big Apple besiegeln? Die Parallelen zu Frankfurt, wo die New England Patriots und Spielmacher Mac Jones (heute Jacksonville Jaguars) beim 6:10 gegen die Colts einen Offenbarungseid ohne Touchdown hingelegt hatten, scheinen unverkennbar. Über das 4th Quarter-Comeback (von 7:17 auf 17:17) von Daniel Jones und Co. sprach hier im Nachgang niemand.
Um kurz vor halb sieben hatten die 70.000 Fans in der Allianz Arena sowie die Hunderttausenden in den Wirtshäusern allen Grund, die XXL-Krüge anzuheben – auf das zweite (!) Overtime-Game in der NFL International-Series-Historie nach Redskins vs. Bengals (27:27 im Wembley). Was vor exakt 728 Tagen das „Country Rooooads“ war, war diesmal Kicker Eddy Pineiro und dessen Field Goal zum 20:17-Erfolg der Panthers: Der Magic Munich Moment, der bis zur nächsten NFL München Reise 2026 im Kopf bleibt.
Nach dem Sieg erstrahlte die Allianz in den Farben der Panthers
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