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18 Vereine, 34 Spieltage, keine Playoffs mehr: Belgiens umgebaute Liga bis Mai 2027 — Ticket und Hotel für Ihr Fußballwochenende in Brügge, Gent oder Antwerpen.
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Mehr zu FirmeneventsBelgien ist das Fußballland, das am dichtesten vor der Haustür liegt und am seltensten bereist wird. Von Köln bis Gent sind es 274 Kilometer — eine Strecke, die man vor dem Frühstück fährt. Und seit dieser Saison ist die Liga eine andere als die, die man aus alten Reiseführern kennt.
Die Saison läuft von August 2026 bis Mai 2027. Achtzehn Vereine spielen eine schlichte Hin- und Rückrunde über vierunddreißig Spieltage; die Plätze eins bis vier führen nach Europa, die beiden letzten steigen ab. Titelverteidiger ist Club Brügge mit dem zwanzigsten Meistertitel der Vereinsgeschichte, den Pokal holte Royale Union Saint-Gilloise.
Für die Reiseplanung heißt das: neun Partien pro Wochenende, verteilt über ein Land, das kleiner ist als Nordrhein-Westfalen. Wir stellen Ihnen Ticket, Hotel und Anreise zusammen — für die Heimspiele von Club Brügge buchen Sie dabei offizielle Tickets.
Siebzehn Jahre lang teilte Belgien nach der regulären Saison die Tabelle und halbierte die Punkte. Wer im April anreiste, sah ein Spitzenspiel, dessen Tabellenwert sich nicht mehr aus der Saison ergab. Mit 2026/27 ist damit Schluss.
Zwei Gründe gaben den Ausschlag. Für die Spitzenvereine bedeuteten die Playoffs zusätzliche Spiele in einem ohnehin vollen Europapokal-Kalender. Und für die Klubs im Tabellenkeller waren die Abstiegs-Playoffs eine Quälerei vor halbleeren Rängen. Die Liga wuchs stattdessen von sechzehn auf achtzehn Vereine, die Zahl der Spieltage von dreißig auf vierunddreißig.
Der praktische Gewinn für einen Besucher ist größer, als es klingt: mehr Termine zur Auswahl, und bis zum letzten Spieltag echte Spannung — oben wie unten, ohne den künstlichen Schnitt im Frühjahr.
Das größte Spiel des Landes ist De Klassieker zwischen Club Brügge und dem RSC Anderlecht, entstanden in den frühen siebziger Jahren, als Brügge dem bis dahin übermächtigen Anderlecht den Rang ablief. Das Hinspiel steigt am 7. November 2026 im Jan Breydelstadion, das Rückspiel im Lotto Park am 27. Februar 2027.
Eine Feinheit, die man in Belgien schnell lernt: Welches das größte Spiel ist, hängt davon ab, welche Sprache man spricht. Für niederländischsprachige Belgier ist es Anderlecht gegen Brügge. Für französischsprachige Belgier ist es Anderlecht gegen Standard Lüttich. Die Sprachgrenze verläuft mitten durch den Fußball, und wer das weiß, versteht die Stimmung im Stadion besser.
Das flämische Gegenstück ist das Derby van Vlaanderen, Brügge gegen Gent — die reiche Hafenstadt gegen die große Industriestadt nebenan. Termin in Brügge: 20. März 2027.
Das Jan Breydelstadion fasst 29.062 Zuschauer, wurde 1975 eröffnet und ist die Heimat von zwei Vereinen zugleich: Club Brügge und Cercle Brügge teilen sich den Rasen, wie Inter und Milan in Mailand. Für Sie heißt das dieselbe Anfahrt, dieselben Ränge — und ein vollkommen anderes Publikum, je nachdem, wer Hausherr ist.
Der Hintergrund ist alt und sozial: Club Brügge steht traditionell für das flämische Umfeld der Stadt, Cercle wurde als Verein der französischsprachigen, katholischen Bürgerschaft gegründet. Wenn beide aufeinandertreffen, ist das kein gewöhnliches Stadtderby, sondern ein Familienstreit im eigenen Wohnzimmer: Club Brügge gegen Cercle Brügge am 23. August 2026, das Rückspiel am 1. Mai 2027. Weitere Heimspiele mit verfügbaren Karten sind Club Brügge gegen Royal Antwerpen am 13. September 2026 und Club Brügge gegen Standard Lüttich am 6. Februar 2027. Die Vereinsseite finden Sie unter Club Brügge.
Royal Antwerp wurde 1880 von britischen Hafenarbeitern gegründet und trägt beim belgischen Verband die Matrikelnummer 1 — es ist der älteste noch spielende Klub des Landes. Das Bosuilstadion öffnete am 1. November 1923 und fasste nach den Ausbauten der dreißiger und fünfziger Jahre zeitweise 60.000 Zuschauer.
Das Bemerkenswerteste daran steht bis heute: Tribüne 2, die Maes Tribune, ist in ihrer Originalstruktur von 1923 erhalten — mit Holzbänken. Wer wissen will, wie europäischer Fußball vor hundert Jahren geklungen hat, sitzt hier richtig. Der Spitzname des Stadions lautet nicht ohne Grund „Hell of Deurne". Zur Seite von Royal Antwerpen.
Einen ähnlichen Zeitsprung bietet Brüssel: Royale Union Saint-Gilloise spielt seine Ligaspiele weiterhin im denkmalgeschützten Stade Joseph Marien in Forest. Weil das Bauwerk unter Schutz steht, lässt es sich nicht erweitern — ein Neubau ist geplant, die Genehmigungen stehen aus. Wer diesen Ort sehen will, hat ein Zeitfenster.
Das ist das Argument, das keine andere europäische Liga so liefert. Zwischen Gent und Brügge liegen rund fünfzig Kilometer. Freitagabend ein Spiel in der Ghelamco Arena in Gent, Sonntagnachmittag eines im Jan Breydelstadion — dazwischen eine halbe Stunde Bahnfahrt. In England, Spanien oder Italien ist so etwas kaum planbar.
Brüssel geht sogar in einer Stadt: RSC Anderlecht im Lotto Park und Union Saint-Gilloise im Joseph Marien liegen wenige Kilometer auseinander. Auch KV Mechelen liegt genau zwischen Brüssel und Antwerpen. Wer den Spielplan geschickt liest, sieht an einem Wochenende zwei Ligaspiele und drei Städte.
Belgien ist ein Bahn- und Autoziel, kein Flugziel. Aus Deutschland führt die Bahnverbindung über Brüssel oder Lüttich; das belgische Netz ist so dicht, dass kein Stadion des Landes weit von einem Bahnhof liegt. Ab Köln und Düsseldorf fahren täglich Fernbusse nach Gent, nach Antwerpen bis zu viermal am Tag. Wer mit dem Auto kommt, sollte für Brügge und Gent von vornherein Park-and-Ride einplanen — Parkplätze in den Altstädten sind knapp.
Und die Städte tragen die Reise auch ohne Anstoß: Brügge mit seinen Kanälen und der mittelalterlichen Altstadt, Gent mit dem Belfried und der Burg Gravensteen, spürbar weniger überlaufen als Brügge, Antwerpen mit Hafen, Diamantenviertel und Rubens.
Übrigens: Die Liga heißt nach einem Bier. Jupiler wird seit 1966 gebraut und ist nach dem Lütticher Ortsteil Jupille benannt; seit 1998 steht der Name über der höchsten belgischen Spielklasse, die offiziell Division 1A heißt und deren erste Meisterschaft 1895/96 ausgespielt wurde. Belgien ist das einzige große Fußballland Europas, das seine erste Liga nach einem Bier benennt — und findet nichts dabei.
Der belgische Meister zieht direkt in die Champions League ein. Wer das Wochenende lieber jenseits der Grenze verlängert: Die niederländische Liga finden Sie unter Ehrendivision.
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