
„Thank you, beautiful People!“ – Die besten Wembley Stadion Konzerte
Konzerte · 18. Dezember 2024 · 5 Min. Lesezeit
Carsten Germann
Mehr als 100 Millionen Tonträger haben die Briten von Coldplay verkauft – und 2025 erwartet sie im Londoner Wembley-Stadion bei ihrer Tournee ein „Heimspiel“. Doch die Macher von „Viva la Vida“, die 2008 in den USA und in Großbritannien auf Platz eins der Single-Charts stürmten, sind nicht die Ersten, die Wembley rockten. Fussballreise-Redakteur Carsten Germann, Fußball-Autor und seit 1998 auch als Musikjournalist tätig (u. a. Interviews mit Ex-Marillion-Sänger Fish, Cannibal Corpse und Paradise Lost), mit einer Auswahl der besten Wembley Stadion Konzerte aller Zeiten.
Konzerte in Wembley – Hier wurden Meilensteine gesetzt. Wie am 13. Juli 1985, bei Live Aid, dem größten Rockkonzert der Musikgeschichte.
Es war ein heißer Sommertag in London und trotzdem rockten 70.000 Fans in Wembley 16 Stunden lang in der britischen Hauptstadt – und parallel auch im John F. Kennedy Stadium in Philadelphia im US-Bundesstaat Pennsylvania.
12. Juli 1985: Blick ins Londoner Wembley-Stadion beim legendären Live-Aid-Konzert. Foto: Imago
Konzerte im Wembley Stadion: Der größte Gig aller Zeiten
Wenn ich die Liste der Interpreten anschaue, kriege ich heute noch Gänsehaut. Organisiert von den Musikern Bob Geldof und Midge Ure („If I was“), rockten 15 Bands und Solo-Künstler gegen die Hungersnot in Äthiopien an – und spielten umgerechnet mehr als 75 Millionen Euro ein.
Der englischen Nationalhymne God save the Queen folgten Status Quo, die mit „Rockin‘ all over the World“ den Anheizer gaben – für euphorisierte Musikfans in Wembley und in 110 Ländern am TV. David Bowie, Queen mit dem unvergessenen Multitalent und Bühnen-Magier Freddie Mercury, The Boomtown Rats mit Organisator Bob Geldof, Bob Dylan, The Dire Straits, Duran Duran, Ultravox, The Who, Sir Paul McCartney oder U2 – was für ein Line up!
Ein Flug mit der Concorde machte es möglich, dass Phil Collins sogar in London und Philadelphia auftreten konnte.
Freddie Mercury, der unvergleichliche Irrwirsch von Queen, auf der Konzertbühne von Wembley. Foto: Imago
Freddie Mercury und Queen für 15 Pfund
Ein Jahr später folgte ein Konzert, dessen Live-Mitschnitt ich bis heute in der Plattensammlung habe. Queen – Live at Wembley.
Farrokh Bulsara, genannt Freddie Mercury (Weltkarriere unter bürgerlichem Namen nicht möglich), zog mit Queen im Fußball- und Konzerttempel von Wembley alle Register.
Ein Bühnen-Entertainer, wie es ihn wahrscheinlich nie wieder geben wird, der an diesem 12. Juli 1986 72.000 Fans in seinen Bann zog.
Die Bands, die mit Queen auftraten, waren dabei auch nicht gerade Unbekannte: INXS, The Alarm und Status Quo. Kaum zu glauben: Die günstigsten Konzert-Tickets Wembley für Queen kosteten damals 14,50 Pfund. Schluss- und Höhepunkt waren die Queen-Hymnen „Friends will be Friends“ und „We are the Champions.“
Das ewige Schlussbild: Zum Abschied grüßte Freddie Mercury mit Krönungsmantel, Krone und „Thank you, beautiful People!“ („Danke, Ihr wunderbaren Menschen!“) noch einmal in die Menge.
Dass die globale Musikgemeinde in Wembley am 20. April 1992 und nach seinem Tod am 24. November 1991 in Kensington das Freddie-Mercury-Tribute-Concert sehen würde, war zu diesem Zeitpunkt nicht absehbar.
Aber: Es war die würdige Kulisse, zugunsten der AIDS-Forschung traten u. a. die drei verbliebenen Queen-Mitglieder Brian May, Roger Taylor und John Deacon auf, sowie Metallica mit dem grandiosen Frontmann James Hetfield, Guns N‘ Roses mit dem nicht minder temperamentvollen Axl Rose, David Bowie, George Michael (verstarben beide 2016) und Sir Elton John.
Als in Wembley „Die Posh“ abging…
1999 lockte die britische Girlie-Band Spice Girls mit der späteren Ehefrau von Fußball-Idol David Beckham, Victoria „Posh Spice“ Adams, an zwei Abenden 150.000 Fans ins Wembley-Stadion, es ging also im wahrsten Sinne des Wortes „Die Posh“ ab.
2003 wurde das 1923 eingeweihte Wembley-Stadion abgerissen (siehe dazu auch Fussballreise-Serie „Lost Grounds“).
Natürlich geschah das nicht, ohne dass sie vorab noch mal vorbeischauten: Oasis. Die Radaubrüder aus Manchester gaben sich die Ehre und nahmen u. a. in Wembley ihr Live-Album Familiar to Millions auf. Melodien für Melonen.
Wembley-Comeback: „A Concert for Diana“
Wieder groß gespielt wurde dann erst wieder am 1. Juli 2007. Im gerade fertig gestellten, neuen Wembley-Stadion stieg an ihrem 46. Geburtstag „A Concert for Diana“, das Gedenkkonzert zum 10. Todestag von Diana, der weltweit verehrten Princess of Wales († 1997).
500 Millionen Zuschauer in 140 Ländern waren an den Fernsehbildschirmen, 63.000 Menschen live im rundum erneuerten Wembley-Stadion dabei. Natürlich auch ihre Söhne, Prinz William und Prinz Harry, die in der Ehrenloge rockten.
Unten auf der Bühne waren es Sir Elton John („Your Song“), Bryan Ferry oder Sir Rod Stewart.
Wembley Konzerte 2025: Coldplay und die Rückkehr der Radaubrüder
2025 werden Coldplay ein neues Kapitel in der Geschichte der besten Wembley Konzerte schreiben. Und auch Oasis, die nach 16 Jahren und nach dem legendären Bruder-Streit mit Liam und Noel Gallagher in Paris 2009 (vgl.: ARTE-Doku: As it was) noch einmal zurückkehren werden.
Wann spielen Coldplay in Wembley?
Coldplay sind mit „Music for the Spheres“ vom 22. August bis zum 8. September 2025 an insgesamt elf Abenden im Londoner Wembley-Stadion live zu sehen. Unsere Tickets und Hotel-Kombinationen finden Sie hier.
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