Super Bowl Reise 2025: Gestern Geisterstadt, morgen rollende Football-Hochburg

NFL · 21 June 2024 · 5 min read

Super Bowl
DS

Dominik Sander

21 June 2024

Super Bowl Reisen folgen einer simplen Faustregel: Führen sie uns doch zu den Fleckchen amerikanischer Erde, die mit riesigen, extravaganten Football-Tempeln (ab 65.000 Plätzen aufwärts) und T-Shirt-Temperaturen im Februar aufwarten. Bis 2027 tingelt das größte Einzelsportereignis der Welt weiter zwischen der Westküste (Santa Clara, Los Angeles) sowie Südstaaten-Metropolen wie New Orleans hin und her.

Hand aufs Herz: Haben Sie eine Bucket List? Vielen Amerikanern ist „einen Super Bowl live erleben“ darauf einen Eintrag wert. Nur etwas über die Hälfte davon bezeichnet sich als sportbegeistert. Geschweige denn als Football-Fanatiker. So oder so lässt das fehlende „Kleingeld“ den Irgendwann-will-ich-mal-Wunsch oft ungestrichen auf diesen Listen verweilen… Um die 7000 US-Dollar blätterte man beim Super Bowl LVIII in Las Vegas hin - für das günstigste Ticket versteht sich!

Als Katrina wütet: Flucht in den Superdome der Saints

Die Super Bowl Reisepakete auf die-fussballreise.de erfordern ebenso ein hohes Budget. Nur damit es die Glücksritter unter unseren Blog-Lesern einmal gehört haben: Super Bowl LIX Tickets zum Originalpreis haut die NFL über eine jährliche Lotterie raus. Streng limitiert, 1000 Stück. Tatsächlich hätte ich die Chancen, hier gezogen zu werden, vor einigen Jahren mal ähnlich eingeordnet wie die Wahrscheinlichkeit auf einen weiteren Super Bowl im Caesars Superdome.

Zu verheerend war die Spur der Verwüstung, die Hurrikan „Katrina" hier im Spätsommer 2005 hinterlassen sollte. Todesopfer? Etwa 1800! Wirtschaftlicher Schaden? Über 120 Milliarden US-Dollar. Halt machten die Wassermassen auch nicht vor dem Football-Tempel der New Orleans Saints, wo Zehntausende Zuflucht vor der Flut gefunden hatten. Dennoch sprachen viele von einem Sinnbild für Verzweiflung und Elend. New Orleans, die Geisterstadt von Louisiana.

Super Bowl Travel Guide: Auf ein Rendezvous im French Quarter

Sich von der wohl schlimmsten Naturkatastrophe in den USA zu erholen, passt - aus unerklärlichen Gründen - zur Leichtigkeit und dem Frohsinn, den sie in „The Big Easy“ leben. 2014 zählte die französisch geprägte Südstaaten-Metropole fast so viele Touristen (9,5 Millionen) wie in Pre-Katrina-Zeiten. „Laissez les bons temps rouler, bekommen Sie an jeder Ecke wieder zu hören. Zu Deutsch: Lass die guten Zeiten rollen. Und am besten rollt es sich bei einer Super Bowl Reise nach New Orleans eben im French Quarter.

Im Vorfeld des Super Bowl XLVII war Joe Flacco dem Charme der historischen Altstadt verfallen. In einem Restaurant auf der Bourbon Street, die 13 Häuserblocks im Herzen des French Quarters verläuft, stärkte sich der Ex-Quarterback der Baltimore Ravens mit lokalen Spezialitäten. Offenbar mit MVP-Taste: Drei Touchdown-Pässe warf Flacco (heute Indianapolis Colts) gegen die favorisierten San Francisco 49ers und führte sein Team zusammen mit Ravens-Legende Ray Lewis zu einem 34:31-Erfolg (hier die Highlights ansehen). In der Retro-Perspektive schrieb das Endspiel jedoch auch unrühmliche Schlagzeilen. Stichwort: Blackout Bowl.

Aus dem 36-minütigen Stromausfall im Stadion mit der silbrig glänzenden Kuppel resultierte der längste Super Bowl aller Zeiten. Als meine eigene Super Bowl-Party in einem Essener Schrebergarten seinerzeit endete, zeigte die Uhr: Zehn vor fünf morgens! In dieser Hinsicht hat New Orleans also noch etwas gutzumachen. „Wir wollen den Super Bowl zu einer der besten Veranstaltungen machen, die es je gegeben hat", sagte Gouverneur Jeff Landry und ließ mit einem 500 Millionen US-Dollar teuren Renovierungspaket für den Ost- und Westflügel des Superdomes auch gleich Taten sprechen.

Super Bowl Halftime Show: Viel Star-Power, aber kein „Swiftie Bowl“ in Sicht

Ob der Satz auch als Kampfansage in Richtung Miami zu verstehen ist? Die Metropole im Sunshine-State Florida darf sich mit elf Endspielen zwischen 1968 und 2020 quasi Mekka des Super Bowls schimpfen, ehe New Orleans im Februar 2025 die Bestmarke einstellt. Mit einer im Vergleich zum Hurrikan-Jahr 2005 wachsenden Zahl an Hotelzimmern (von 19.000 auf 29.000) und Restaurants (von 900 auf 1500) rüstet sich „The Big Easy“ für Super Bowl Reisegruppen. Was für ein perfektes Endspiel dann noch fehlt? Klar: Eine mitreißende Halftime Show, die dem Mega-Event seit Jahren eine Strahlkraft verleiht, um selbst die TV-Quoten eines Fußball-EM-Finals (alle EM 2024 Reise-Pakete) zu überbieten.

Wer hierfür - nicht nur aus Sicht der „Swifties“ - die Ideallösung verkörpert, ist ein offenes Geheimnis. Die Reichweite von Pop-Ikone Taylor Swift, seit Oktober mit Tight End-Star Travis Kelce (Kansas City Chiefs) liiert, hatten sich die Marketing-Genies der NFL bereits im Vorjahr zunutze gemacht. Ein Swift-Gig beim Super Bowl müsste nicht nur in den prall gefüllten „The Eras“-Tourkalender passen. Auch die Destination spielt für die 34-Jährige, deren Wurzeln im Country liegen, eine, wenn nicht sogar die wichtigste Rolle. Kurzum: No Nashville, no Party!

Tja, die hier beheimateten Tennessee Titans sind eines von 16 (!) Teams, die noch nie Gastgeber eines Super Bowls waren. Ohne ein Dome-Stadium wie beispielsweise in Minnesota (Super Bowl LII) dürften sich die NFL-Bosse - im wahrsten Sinne des Wortes - nicht für Nashville erwärmen. Als möglicher Headliner für die Super Bowl Halftime Show 2025 kursieren viele Namen. Ob die Grammy Double-Siegerin Miley Cyrus, Lil Wayne als Local Hero oder doch Billie Eilish im Superdome auftreten wird? Warten wir es ab und lassen bei einer Super Bowl Reise nach New Orleans die guten Zeiten rollen…

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